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Die Werkzeuge in der Werkstatt

Die Werkzeuge in der Werkstatt des Zimmermanns hielten eine Versammlung ab.
Bruder Hammer war der Vorsitzende.
Die Anwesenden teilten ihm mit, dass er sein Amt abgeben müsse, weil er zu laut sei. Er protestierte: „Wenn ich deshalb die Werkstatt verlassen muss, dann hat Bruder Bohrer auch zu gehen. Als kleiner Bohrer ist er doch ohnehin unbedeutend. Wo kann man sehen, was er geleistet hat?“

Der kleine Bruder Bohrer stand auf und erklärte: “Also gut. Aber Bruder Schraube muss dann auch aufhören. Ihr müsst ihn nur dauernd drücken und drehen, damit er überhaupt etwas tut.“

Darauf protestierte Bruder Schraube: „Wenn ich gehe, dann muss Bruder Hobel auch gehen. Seine Arbeit ist oberflächlich, er hat keinen Tiefgang!“

Bruder Hobel erwiderte: „Und was ist mit Bruder Zollstock? Er legt dauernd seinen Maßstab an andere an und tut dabei so, als sei er der einzig Richtige!“

Bruder Zollstock erhob darauf Vorwürfe gegen Bruder Sandpapier.
„Mir ist es sowieso egal, was ihr macht. Aber seht ihn an! Er ist viel rauer, als er zu sein hat, reibt sich dauernd an anderen, und dazu noch in der falschen Richtung!“

Mitten in der Diskussion trat der Zimmermann von Nazareth in die Werkstatt. Er band sich eine Schürze um und schritt hinüber zur Hobelbank. Er wollte ein Predigtpult bauen. Dazu gebrauchte er die Schraube, den Bohrer, das Sandpapier, die Säge, den Hammer, den Hobel und all die anderen Werkzeuge. Nachdem die Tagesarbeit geschafft und das Predigtpult fertig war, stand Bruder Säge auf und sagte: „Brüder, ich bin der festen Überzeugung, dass wir alle Werkzeuge in der Hand des Zimmermanns sind.“

Auch Du bist ein Werkzeug in Gottes Hand. Und wenn Du dich nur als kleine Schraube betrachtest: jedes Teilchen wird gebraucht. Wir alle haben Stärke und Schwächen. Wir alle haben ein Ziel. Wir alle möchten doch Mitarbeiter des Zimmermanns sein!

Verfasser unbekannt

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