Das Glaubensgespräch (mit Neuen)

1. Einführung

Diese Glaubensgespräch wird auch missionariche Gesprächsführung genannt. (Bösartige Zungen sagen auch: "How to make a christian in 20 minutes!") Es ist durchaus umstritten, aber nicht unwichtig, denn es zwingt den Leser sich mit seinem Glauben auseinanderzusetzten.
Wann spricht man denn normalerweise mit Neuen (Newcomern) oder Außenstehenden über seinen eigen persönlichen Glauben? Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: sehr, sehr selten. - Aus diesem Grund empfehle ich diesen Text als Lektüre.

Wenn er in die Praxis umgesetzt wird, bitte ich dringend darum, daß das Gespräch von Liebe getragen wird und nicht geführt wird weil man sich dazu verpflichtet fühlt.


Hinweis:
Die Inhalte des Glaubensgesprächs sollen von Evangelisation Explosiv stammen. Dort (Evangelisation Explosiv Süddeutschland) kann man in Kursen lernen, wie man mit Menschen über Jesus sprechen kann.

1.1. Persönlicher Hintergrund

Beginne ein Gespräch immer so, daß der Gesprächspartner merkt, daß du Interesse an ihm hast. Frage ihn nach seinen Hobbys, nach der Arbeit, nach der Schule oder nach seiner Familie. Du wirst bestimmt ein Gesprächsthema finden, zu dem dein Gegenüber etwas erzählen kann. Laß ihn erzählen und höre geduldig zu. (Jeder Mensch erzählt gerne von sich.)

- Ich stelle mich vor (nur den Namen).
- Den anderen von sich erzählen lassen. (Zuhören! Den anderen nicht unterbrechen!)

>> "Woher kommst du?"
>> "Wie kommst du hierher?"
>> "Was machst du in deiner Freizeit?"

Versuch den anderen positiv zu bestätigen, in dem du ihm ernstgemeinte (ehrliche) Komplimente machst. Unterbreche den anderen nicht, weil du auch von deinen großen Taten (z.B. beim Fußball) berichten willst.

Mit dem Zuhören hast du dir das Recht erworben, auch von dir zu erzählen. Erzähle kurz von deinen Hobbys und deinem Engagement im CVJM bzw. Gemeinde.

Jetzt sage ich:
- Wer ich bin,
- Was ich mache und
- Warum ich hier bin. (z.B. in der Teestube)

>> "Ich habe auch wenig Zeit, weil ich ... [hier] aktiv bin, aber ich fühle mich hier wohl."

1.2. Kirchlicher Hintergrund

Mit dem kurzen Erzählen über den CVJM bzw. die Gemeinde, kannst du die Frage verbinden, ob der andere auch in einem CVJM oder einer Kirchengemeinde engagiert ist. Nun wirst du wahrscheinlich alle Negativerfahrungen zu hören bekommen, die man in der Kirche bekommen kann. Versuche nicht, dich oder die Kirche zu verteidigen. Reagiere positiv, bestätige das, was du ehrlich bestätigen kannst, wenn du es nicht bestätigen kannst, sage nur, daß du auch davon gehört hast und leite dann das Gespräch zu Punkt 1.3. über.

>> "Was hast du denn mit der Kirche erlebt?"
>> "Habe ich auch so [ähnlich] erlebt!"

1.3. Unsere Gemeinde

Wenn das Gespräch nach der Teestube (Gottesdienst o.Ä.) stattfindet, kannst du hier einsteigen und die Punkte 1.1. und 1.2. hier einfließen lassen. In diesem Fall kannst du mit der einfachen Frage beginnen:

>> "Wie hat es dir gefallen?" oder
>> "Hast du dich bei uns wohlgefühlt?"

Erzähle dann von unserer Arbeit, was wir machen, wie wir es machen und dann, warum wir es machen. Damit bist du bei Punkt 1.4. angelangt.

1.4. Persönliches Zeugnis

Es ist eine Hilfe, wenn man sein persönliches Zeugnis schriftlich formulieren. Das Zeugnis sollte kurz davon berichten,

>> "Was war in deinem Leben bevor du Christ wurdest?" und
>> "Wie du zum Glauben kamst."

und ausführlich

>> "Was hat Gott für dich getan?" bzw.
>> "Was hat Gott in deinem Leben getan hat?"

Das persönliche Zeugnis sollte kurz, knapp und wahrheitsgetreu sein. Wir haben keine Übertreibung nötigt. Wenn der heilige Geist wirken soll, ist das ganz wichtig. Im ganzen sollte das persönliche Zeugnis nicht länger als 5 bis 7 Minuten dauern.

1.5. Die zwei Fragen

Nach dem Zeugnis kannst du übergangslos die erste Frage stellen.

>> "Bist du dir sicher, daß du in den Himmel kommst, wenn du heute Nacht sterben müßtest?"

An diesem Punkt könnte es passieren, daß dein Gegenüber das Gespräch beendet!

Passiert dies nicht, kannst du den Übergang zur zweiten Frage so schaffen:

>> "Du hast mir gesagt, du wirst wahrscheinlich in den Himmel kommen, was sagst du dann zu Gott, wenn er dich fragt, warum er dich in den Himmel lassen soll?"

Wenn die Antwort die Gerechtigkeit aus Werken beinhaltet, kannst du dem anderen das Evangelium erzählen. (Dann mach' weiter bei Punkt 2.)

Sagt der andere, daß er durch seinen Glauben zu Gott kommt, gratuliere ihm zu seinem Christsein.

2. Das Evangelium

2.1. Die Gnade

Gottes Wort macht uns unmißverständlich klar, daß es ein ewiges Leben (den Himmel) gibt. Ich erfuhr, daß der Himmel ein Geschenk ist. Mit dem Himmel ist es daher wie mit der Freundschaft, oder der Liebe zweier Menschen. Man kann sie nicht erkaufen, noch erarbeiten, sondern nur als Geschenk empfangen. Das wird um so deutlicher, wenn wir verstehen, was die Bibel über den Menschen sagt.

>> Erläuterungen:
Ewiges Leben ist das von Gott verheißene Leben nach dem irdischen Sterben. Ein Stück dieses ewigen Lebens werden wir hier auf Erden erfahren, wenn wir Jesus in unser Leben aufnehmen.

>> Bibelstellen hierzu:

Epheser 2, 8+9 Es ist tatsächlich Gnade, daß ihr gerettet seid. Ihr selbst könnt nichts dazu tun, als im Vertrauen anzunehmen, was Gott euch schenkt. Ihr habt es nicht durch irgendein Tun verdient; [..]

Römer 6, 23 [..]; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben [..]

Titus 3, 5 Wir selbst hatten nichts vorzuweisen, womit wir sie verdient hätten; doch Gott hatte Erbarmen mit uns. Er hat uns gerettet und zu neuem Leben geboren durch das Wasser der Taufe und den heiligen Geist.

2.2. Der Mensch

Der Mensch ist ein Sünder und kann sich selbst nicht erretten. Kein Mensch, auch Du nicht, kann in der Gegenwart Gottes bestehen. Warum? Weil wir alle Sünder sind. Die Sünde ist die Trennung des Menschen von Gott. Sünde hat mit Moral wenig zu tun. Das Ziel der Sünde ist der Tod. Der Tod ist die entfernteste Stelle von Gott, dort wird nach der Bibel Heulen und Zähneklappern sein, was bedeutet, daß unsägliche Qualen dort herrschen. Daher hat kein Mensch, so wie er ist, ob gut oder schlecht, die Möglichkeit in den Himmel zu kommen. Das wird deutlicher, wenn wir wissen, was die Bibel darüber sagt.

>> Erläuterungen:
Sünde ist die Trennung von Gott.

>> Bibelstellen hierzu:

1. Johan. 1, 8 Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, [..]

Römer 3, 10 [..] Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer.

Römer 6, 23 Denn der Sünde Sold ist der Tod; [..]

Römer 3, 25+26 Ihn hat Gott vor aller Welt als Versöhnungszeichen aufgerichtet. Sein Blut, das am Kreuz vergossen wurde, bringt Frieden mit Gott für alle, die dieses Angebot im Vertrauen annehmen. In seiner großen Güte vergibt Gott den Menschen alle Verfehlungen, die sie bisher begangen haben. So zeigt er, daß seine Treue unwandelbar ist. Ja in unserer gegenwärtigen Zeit wollte Gott zeigen, wie er zu seinen Zusagen steht. Er bleibt sich selbst treu, indem er alle als treu anerkennt, die sich einzig und allein auf das Verlassen, was er durch Jesus getan hat.

Jesaja 53, 5+6 Doch wegen unserer Schuld wurde er gequält und wegen unseres Ungehorsams geschlagen. Die Strafe für unsere Schuld traf ihn, und wir sind gerettet. Er wurde verwundet, und wir sind heil geworden. Wir alle waren wie Schafe die sich verlaufen haben; jeder ging seinen eigenen Weg. Ihm aber hat der Herr unsere ganze Schuld aufgeladen.

2.3. Gott

Gott ist Liebe und darum möchte er uns nicht bestrafen. Aber er ist gleichzeitig gerecht und deshalb muß er unsere Sünde bestrafen. Gott löste dieses Problem auf die wunderbare Weise, indem er in der Person Jesus Christus auf die Welt kam.

>> Bibelstellen hierzu:

Jeremia 31, 3 [..] Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.

Hesekiel 18, 4 Denn siehe, alle Menschen gehören mir; [..]; jeder der sündigt soll sterben.

2. Mose 34, 7 Ich erweise Güte über Tausende Generationen hin, ich vergebe Schuld und Verfehlung; aber ich lasse nicht alles ungestraft hingehen. Wenn sich jemand gegen mich wendet, dann bestrafe ich auch seine Kinder und sogar seine Enkel und Urenkel.

Römer 1, 18 Gottes Strafgericht ist schon offenbar. Sein heiliger Zorn trifft alle, die ihn nicht ehren und seinen Willen mißachten. Sie kennen die Wahrheit, aber sie verleugnen sie durch ihr Verhalten.

2.4. Christus

Jesus ist der unumstößliche Liebesbeweis Gottes an uns. Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Er starb für unsere Sünden am Kreuz von Golgatha. Er allein bezahlte unsere Sünden. An unserer Stelle wurde er bestraft, damit wir vor Gott bestehen können und Leben dürfen. Jesus hat uns durch seinen Tod einen Platz im Himmel bereitet, den er uns als freies Geschenk anbieten will. Es gibt aber allein nur einen Weg dieses Geschenk anzunehmen. Durch den Glauben.

>> Erläuterungen:
Golgatha ist der Ort an dem Jesus gekreuzigt wurde.

>> Bibelstellen hierzu:

Johannes 3, 16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

1. Kor. 1,18 Denn es kann nicht anders sein: Für die, die verlorengehen, muß die Botschaft vom Kreuzestod als barer Unsinn erscheinen. Wir aber, die gerettet werden erfahren darin Gottes Macht.

Johannes 14, 6 [..] Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Johannes 14, 9 [..] Wer mich sieht, der sieht den Vater! [..]

Johannes 14, 16 Ich werde den Vater bitten, daß er euch einen Stellvertreter für mich gibt, den Geist der Wahrheit, der für immer bei euch bleibt.

Römer 1, 16 Zu dieser Guten Nachricht bekenne ich mich offen und ohne Furcht; denn in ihr wirkt Gottes Macht. Sie bringt allen Menschen Rettung, die ihr glauben; [..]

Römer 5, 8 Gott erweist seine Liebe zu uns darin, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

Jesaja 53, 5+6 Doch wegen unserer Schuld wurde er gequält und wegen unseres Ungehorsams geschlagen. Die Strafe für unsere Schuld traf ihn, und wir sind gerettet. Er wurde verwundet, und wir sind heil geworden. Wir alle waren wie Schafe die sich verlaufen haben; jeder ging seinen eigenen Weg. Ihm aber hat der Herr unsere ganze Schuld aufgeladen.

2.5. Glaube

Der Glaube ist keine hochtrabende, intellektuelle Zustimmung und kein zeitlich begrenztes Vertrauen. Der Glaube ist "die Hand" mit dem wir das Geschenk Gottes annehmen. Glauben heißt, allein das Vertrauen auf die Rettung in Jesus Christus zu sehen.

Der Himmel steht offen, wenn wir daran glauben.

>> Bibelstellen hierzu:

Johannes 5, 24 [..] Alle, die auf mein Wort hören und dem vertrauen, der mich gesandt hat, werden ewig leben. Sie werden nicht verurteilt. Sie haben den Tod schon hinter sich gelassen und das unvergängliche Leben erreicht.

Johannes 6, 29 [..] Gott verlangt nur eins von euch: Ihr sollt dem vertrauen, den er gesandt hat.

Epheser 2, 8+9 Es ist tatsächlich Gnade, daß ihr gerettet seid. Ihr selbst könnt nichts dazu tun, als im Vertrauen anzu-nehmen, was Gott euch schenkt. Ihr habt es nicht durch irgendein Tun verdient; [..]

Apg. 16, 31 Nimm Jesus als deinen Herrn an und vertraue ihm, [..] dann wirst du gerettet [..]!

Johannes 11, 25 [..] Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt;

>> "Durch Glaube scheint mir eine neue Sonne. Ein Leben mit Jesus bedeutet auch, ein Gehen auf einem schmalen Weg. Willst Du das auch? Möchtest Du Jesus Christus als Deinen Heiland annehmen?"

Wenn dein Gegenüber das will, dann bete mit ihm!

Lege dann deine Hände auf seinen/ihren Kopf und segne ihn/sie.

>> "Im Namen Jesu Christi spreche ich Dir die Vergebung deiner Sünden zu. Gott, der Allmächtige, behüte Dich und bewahre Dich, er segne dich auf all Deinen Wegen."

 

- Ein persönliches Gebet zum Start mit Jesus -

Herr, Du hast mich gerufen, und ich habe Deinen Ruf gehört.
Du möchtest in mein Leben hineinkommen und die Führung übernehmen.
Herr, ich danke Dir, daß ich Dir so wichtig bin und Du einen Plan und ein Ziel für mein Leben hast.
Ich bekenne Dir, daß ich oft gleichgültig an Dir vorbeigelebt habe und dein Wort nicht wichtig nahm.
Herr, in meinem Leben war nicht alles richtig, was ich gedacht, geredet und getan habe.
Ich bekenne Dir meine Schuld und bitte Dich herzlich, daß Du sie mir vergibst.
Du bist ja auch für mich am Kreuz gestorben.
Herr Jesus, so bitte ich Dich:
Komm Du in mein Leben.
Ich möchte von jetzt an ganz zu Dir gehören.
Ich danke Dir, daß Du mir die Treue hältst, auch wenn ich wieder schwach werde und versage.
Ich verlasse mich darauf, daß Du im Alltag bei mir bist und ich Deine Hilfe jederzeit in Anspruch nehmen darf.
Danke für alles, was Du für mich getan hast und noch weiter tun wirst.

Amen

 

- Lebensübergabegebet (evtl. auch zum neu Festmachen) -

Herr, ich habe Deinen Ruf an mich gehört
und ich danke Dir, daß Du mich nicht vergessen hast,
obwohl ich Dich oft vergaß und nicht an Dich dachte.
Ich hatte mich von Dir abgewandt und ging meine eigenen Wege, -
Du aber hast mich nicht aufgegeben.
Ich bekenne Dir die Schuld meines Lebens und die ungezählten Fehler meiner Tage.
Ich bitte Herr: Vergib mir meine Schuld
und nimm mich wieder als Dein Eigentum an.
Ich danke Dir, Herr, für Dein Sterben am Kreuz und für die Freiheit von Schuld, Angst und Hoffnungslosigkeit.
Im Vertrauen darauf, daß Du ja zu mir gesagt hast,
antworte ich nun mit meinem dankbaren Ja.
Ich will Dein Eigentum sein und bleiben.
Gib mir die Kraft, mich stets an Dich zu halten und nicht zu verzagen, wenn ich in Krisen komme.
Zeige mir meinen Platz in der Gemeinde und meinen Platz in Deiner dennoch geliebten Welt.
Zeige mir meine Fähigkeiten, damit ich sie einsetzen kann, wo Du mich brauchst und wo Menschen auf meine Hilfe warten.
Mache mir Dein Wort lieb und gib mir Mut, meinen Dank, meine Not und meine Bitten im Gebet vor Dich zu bringen.
Herr, verwandle mein Leben, daß es dir gehört
und den Menschen zur Hilfe wird.

Amen

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